Bahn und Sicherheit

Beim Durchsehen der »gefavten« Artikel meines Instapaper-Accounts bin ich auf ein längeres Interview mit dem Journalisten Winfried Wolf über systematische Sicherheitsmängel bei der Bahn, insbesondere im Fernverkehr. Als langjähriger Bahnpendler (jeden Tag einfach 50 Kilometer) bin ich ja mittlerweile einiges gewohnt – nicht-schließende Türen, im Winter nicht oder im Sommer gut funktionierende Heizungen, selbstheilende Triebfahrzeugstörungen, etc. Die Liste ließe sich fortsetzen, doch all das sind eigentlich nur »Schönheitsfehler«, ich fühle mich im Zug generell sicher und gut aufgehoben – ein Gefühl, das sich beim Lesen des Interviews spontan verflüchtigt:

»Materialüberlastung ist das falsche Wort« – Teil 1

»Die Bahn fährt generell auf Substanz, auf Verschleiß« – Teil 2

Dabei bestärkt das ganze nur meine Meinung, dass ein funktionierendes Schienenverkehrsnetz nur dann funktionieren kann, wenn zumindest die Betriebseinrichtungen, also Schienenwege, Bahnhöfe und so weiter, eben nicht dem allgegenwärtigen Zwang zum Gewinn unterworfen sind. Aus diesem Grund lehne ich auch schon seit Anfang an die abstrusen Pläne zur Privatisierung der Bahn ab. Der einzig sinnvolle Weg wäre in meinen Augen die Wiederverstaatlichung des Schienennetzes in einer Netz-AG, die dann allen Wettbewerbern zu gleichen Bedingungen Zugang gewährt. Zum Glück ist der geplante Börsengang durch die Krise jetzt erstmal vom Tisch und vielleicht (die Hoffnung stirbt zuletzt) besinnen sich die Politiker bis zum nächsten Aufkeimen der Idee …

Als das Geld vom Himmel fiel

Mit diesem Titel ist ein längerer Artikel in ZEIT online überschrieben, der den Weg der unvorstellbaren Geldbeträge nachzeichnet, die zur Bekämpfung von Finanzkrise und drohender Kreditklemme von der Europäischen Zentralbank ausgegeben wurde.

»1,5 Billionen Euro haben die Zentralbanken seit der Finanzkrise erschaffen. Sie gaben sie den Banken, die damit der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen sollten. Doch bei Autoherstellern und Maschinenbauern ist das Geld nie angekommen. Wo ist es geblieben?«

Die Antwort macht einen teils wütend (über das verhalten einzelner Akteure), teils traurig (wegen der Macht- und gleichzeitigen Alternativlosgkeit). Absolut lesenswert:

»Als das Geld vom Himmel fiel«