Energie in Bürgerhand

»Energie in Bürgerhand« ist der Name einer Initiative, die in der Rechtsform einer Genossenschaft Geld sammeln will, um damit einen Anteil an der Thüga zu kaufen. Die Thüga ist ein Gesellschaft, die mehrheitlich zum E.ON-Konzern gehört und Beteiligungen an verschiedenen kommunalen Energieversorgern bündelt. Im Rahmen eines Kartellverfahrens will E.ON nun seinen Thüga-Anteil verkaufen.

Interesse am E.ON-Anteil haben bislang zwei Konsortien von Stadtwerken signalisiert. Daneben ist nun »Energie in Bürgerhand« als neuer Interessent angetreten, um einen Anteil zwischen drei und zehn Prozent an der Thüga zu erwerben. Beteiligen kann man sich ab einem Betrag von 500,- €, der auf ein Treuhandkonto eingezahlt wird. Sollte es zum Kauf eines Anteils an der Thüga kommen, wird der eingezahlte Betrag in einen Anteil an der »Energie in Bürgerhand«-Genossenschaft umgewandelt. Sollte sich bis zum 31.12.2010 keine Möglichkeit zum Kauf ergeben, wird das Geld mit Zinsen zurückerstattet.

Am 11. Juli fand in Freiburg die Auftaktveranstaltung zu einer bundesweiten Kampagne statt, mit der noch mehr Personen für die Beteiligung begeistert werden sollen. Radio Dreyeckland hat in einigen Beiträgen von der Veranstaltung berichtet und auch mit den Initiatoren von »Energie in Bürgerhand« gesprochen. Die Beiträge liefern einen guten Überblick über die Idee und wie es weitergehen soll:

Nachrichten so, dass sie jeder versteht

Wieso können Nachrichten im Fernsehen nicht auch mal so aussehen:

knowledge // Der Nahostkonflikt from Axel Rudolph on Vimeo.

In seiner Diplomarbeit hat sich Alexander Rudolph Gedanken gemacht, wie man Nachrichten für junge Menschen attraktiv und verständlich vermitteln kann. Als Beispiel hat er sich den Nahost-Konflikt herausgepickt, der zwar für meinen Geschmack etwas zu sehr verkürzt wird, aber die Idee, komplizierte Sachverhalte (und die Welt heute ist nun mal kompliziert), kurz, prägnant und ansehnlich darzustellen, ist auf alle Fälle sehr gut!

Wirtschaftskrise und Welthunger

Nachdem ich am Ende des letzten Beitrags ja schon mal auf das Thema zu sprechen gekommen bin, waren in den letzten beiden Wochen auch zwei Beiträge bei freien Radios dazu zu hören:

Der erste Beitrag von Radio Corax beschäftigt sich in einem Interview mit Klaus Boldt, dem Betreiber des Portals Entwicklungspolitik-Online, genau mit der Frage, die ich letztens aufgeworfen hatte, nämlich wie sich denn die Wirtschaftskrise auf das erreichen der Milleniumsziele auswirkt und was gegen das (höchstwahrscheinliche) Verfehlen der Ziele getan werden kann: Wirtschaftskrise macht Erfolge bei Armutsbekämpfung zunichte

Im zweiten Beitrag von Radio Dreyeckland aus Freiburg berichtet Armin Paasch von FIAN Deutschland e.V. - Mit Menschenrechten gegen den Hunger über den diesjährigen G8-Gipfel von L´Aquila und was aus den Versprechungen der G8-Staaten seit dem Gipfel von Gleneagles im Jahre 2005 geworden ist: Hungerkrise - G8 von Gleneagles bis L´Aquila

»Entwicklungshilfe ist tödlich«

Dambisa Moyo aus Sambia erzählt in diesem Interview in der »Weltwoche«, warum die Entwicklungshilfe für die afrikanischen Länder tödlich ist: »Entwicklungshilfe ist tödlich«

Was ich mich dabei frage ist, ob außer dieser einen schlauen Frau noch niemand sonst darauf gekommen ist, mal die Wirkung der Entwicklungshilfe näher zu untersuchen. Immerhin forderten die Vereinten Nationen ja in den Milleniumszielen eine massive Ausweitung der Entwicklungshilfe, die die G8 auf ihrem Gipfel im schottischen Gleneagles 2005 auch zugesagt haben (auch wenn in Zeiten der Finanzkrise und der Rettung irgendwelcher angeblich systemrelevanter Unternehmen kaum noch was davon zu hören ist).