Bahn und Sicherheit
Beim Durchsehen der »gefavten« Artikel meines Instapaper-Accounts bin ich auf ein längeres Interview mit dem Journalisten Winfried Wolf über systematische Sicherheitsmängel bei der Bahn, insbesondere im Fernverkehr. Als langjähriger Bahnpendler (jeden Tag einfach 50 Kilometer) bin ich ja mittlerweile einiges gewohnt – nicht-schließende Türen, im Winter nicht oder im Sommer gut funktionierende Heizungen, selbstheilende Triebfahrzeugstörungen, etc. Die Liste ließe sich fortsetzen, doch all das sind eigentlich nur »Schönheitsfehler«, ich fühle mich im Zug generell sicher und gut aufgehoben – ein Gefühl, das sich beim Lesen des Interviews spontan verflüchtigt:
»Materialüberlastung ist das falsche Wort« – Teil 1
»Die Bahn fährt generell auf Substanz, auf Verschleiß« – Teil 2
Dabei bestärkt das ganze nur meine Meinung, dass ein funktionierendes Schienenverkehrsnetz nur dann funktionieren kann, wenn zumindest die Betriebseinrichtungen, also Schienenwege, Bahnhöfe und so weiter, eben nicht dem allgegenwärtigen Zwang zum Gewinn unterworfen sind. Aus diesem Grund lehne ich auch schon seit Anfang an die abstrusen Pläne zur Privatisierung der Bahn ab. Der einzig sinnvolle Weg wäre in meinen Augen die Wiederverstaatlichung des Schienennetzes in einer Netz-AG, die dann allen Wettbewerbern zu gleichen Bedingungen Zugang gewährt. Zum Glück ist der geplante Börsengang durch die Krise jetzt erstmal vom Tisch und vielleicht (die Hoffnung stirbt zuletzt) besinnen sich die Politiker bis zum nächsten Aufkeimen der Idee …