Leben aus der Mülltonne
Nachdem ich vor einiger Zeit schon mal über den Artikel »Jakob in der Tonne« in NZZ Folio auf das Thema aufmerksam geworden bin, hat mir eine kurze Notiz bei TreeHugger das ganze wieder ins Gedächtnis gerufen: Leben aus der Mülltonne!
Dabei geht es nicht unbedingt um die Ärmsten der Armen, die sich zwangsläufig nur vom Müll anderer Leute ernähren müssen, sondern auch um ein Problem unserer Wohlstandsgesellschaft: Verschwendung von Waren und dabei vor allem von Lebensmitteln. Denn vieles von dem, was täglich in Supermärkten oder auch in unseren Haushalten in die Tonne wandert, ist eigentlich noch genießbar und wird nur »entsorgt«, weil es unseren Vorstellungen bei Aussehen (z.B. Bananen mit Druckstellen) oder Geschmack (z.B. mehlige Äpfel) nicht entspricht.
Der Film »Dive!» aus den USA beleuchtet die Szene der »dumpster diver« näher, hier der Trailer:
Die Mengen, die tagtäglich in unserem Abfall landen, zeigen dabei wieder einmal deutlich, dass der Welthunger im Grunde kein Problem der Produktion (also der Menge an weltweit produzierten Lebensmitteln), sondern eines der ungleichen Verteilung ist: während wir im Überfluss leben, hungern weltweit rund eine Menschen! Vor diesem Hintergrund scheint es mir immer absurder, dass wir aus allen Teilen der Welt Lebensmittel importieren, die wir dann wegwerfen, während in den Herkunftsländern nicht genügend Nahrung für alle zur Verfügung steht.
Insofern wäre mehr »lokaler Konsum«, also Essen, was sozusagen vor der Haustüre wächst, nicht nur gut für unser Klima, sondern auch ein Schritt zur Bekämpfung des Welthungers.