»Von produktiven Verbrechen«
In der taz fand sich letztens ein Artikel mit dem Titel »Von produktiven Verbrechen« (leider nicht über das Online-Archiv erreichbar), in dem es um eine These von Marx geht, nach der auch Verbrecher zum Nationalreichtum beitragen indem durch sie z.B. Richter, Polizisten, Rechtswissenschaftler und andere Berufe erst geschaffen werden und somit Arbeitsplätze und Einkommen möglich wird.
Das klingt soweit auch ganz schlüssig, nur der Vergleich mit den "Verbrechen" oder besser Kapitalfehlern der Manager in der Finanzkrise will mir nicht so ganz einleuchten. Denn wer außer den Strafverfolgern (siehe oben) profitiert denn im Moment von der Krise bzw. ihrer Bekämpfung? Das sind doch wieder die Banken, die uns das ganze eingebrockt haben. Für ihre Fehler werden sie nicht bestraft, sondern vom Staat geschützt, wobei sie dann über den Umweg der Kreditvergabe (an den Staat) und den Vertrieb der Staatsanleihen, die für die Unsummen des Bankenrettungsschirms und anderer in meinen Augen zweifelhafter Ausgaben ausgegeben werden, von der Krise profitieren. Das Geld, das dabei eingesetzt wird, kommt also nicht vielen zu Gute (wie es z.B. beim Bau von Schulen o.ä. der Fall gewesen wäre), sondern nur wenigen (den Bankaktionären). Möglich, dass dabei rechnerisch der Nationalreichtum wächst, allerdings in meinen Augen bei den falschen.